Kanutour auf der Dosse Wittstock bis Bork mit Kyritzer Seenkette 67 Km

Die Kanutour Dosse und Kyritzer Seenkette 3 - 4 Tage

Diese Kanutour auf der Dosse zeichnet sich dadurch aus, dass ihr einen wunderschönen Fluss und einsame Seen, unberührte Natur und nahezu keinen Motorboot verkehr habt. Ihr müsst natürlich auch Naturliebhaber sein, da auch mal in der Wildnis gecampt werden muss. Dazu gehört auch körperliche Fitness. Es müssen 11 Wehre überwunden werden, sowie eine 500 m lange Strecke zwischen den beiden Seen, also ein Bootswagen ist mitzuführen. Der Fluß ist mitlerweile komplet vom Bibern besetzt worden, dadurch liegen öfter Bäume in der Dosse. Es ist ratsam eine Säge dabei zu haben um hier und da einen Ast ab zu sägen um die Hindernisse zu überwinden. Das Beherrschen der Paddelbrücke ist von großem Nutzen beim ein und aussteigen. Dazu haben wir euch Bilder und ein Video angelegt.
Wir haben diese Tour mit 1er Kajaks unternommen, da diese sich leichter umtragen lassen. Es wurde noch zusätzlich ein Spanngurt an der Spitze angebracht um die Boote besser ziehen zu können. Wenn ihr diese Tour nur als Wochenendtour machen möchtet, können wir euch auch in Fretzdorf einsetzen. Alles weitere noch in den Tagesbeschreibungen.

1. Tag südliches Wehr in Wittstock ca. 21 km

Die Kanutour auf der Dosse ist ab diesem Wehr zu jeder Jahreszeit gut befahrbar. Sie ist vielleicht im oberen Teil unserer Tour hier und da etwas zugewachsen, aber auch sehr schön. In Goldbeck erwartet uns das erste Wehr, an dem eine Kirche steht. Die Umtragestecke bei den Wehren ist auf der Strecke nahezu gleich ca. 10 - 20 m.
Es ist auf allen erhältlichen Karten von der Dosse mehr Wehre eingezeichnet als vorhanden sind, und gerade im oberen Teil sind es nur Staustufen, der dann eine kleine Stromschnelle folgt. Nach dem Wehr in Goldbeck folgte das Wehr in Dossow, welches aber offen stand, so dass man gut durchfahren konnte. Erst wieder in Fretzdorf kam ein Wehr mit ca.1,5 m Höhenunterschied. Nach Fretzdorf ist auch noch auf vielen Karten eingezechnet das die Dosse die Autobahn 3 mal kreutzt. Jedoch wurde sie irgendwann begradigt und kreutz die A24 nur einmal. Wir suchten uns vor Teetz einen Rastplatz: links an einem kleinen Bach der in die Dosse fließt, am Waldrand, auf einer Wiese. Wer es etwas komfortabler haben möchte fährt noch bis Teetz, gleich hinter der Brücke ist ein Rastplatz mit Schutzhütten.

2.Tag ca. 20 km

Heute erwarten uns etwas mehr Wehre und eine schöne ca.120m lange Stromschnelle. Die Stromschnelle erwartet uns in der Nähe von Schönberg nach einer Staustufe. Hier sollte man doch etwas aufpassen, da auch Steine sehr flach im Wasser liegen. Es liegt z.B. ein ziehmlich großer Stein im unterem Teil genau in der Mitte, also lieber recht oder links halten, aber ansonsten kein Problem. Wir suchten uns am vorletzten Wehr vor Wusterhausen unseren Rastplatz. Wer ein Campingplatz braucht muß noch 6 km weiter mit 50 m umtragen auf den Untersee nach Wusterhausen fahren.

3. Tag über Wusterhausen auf die Kyritzer Seenkette ca.18 km

Die Dosse führt nun nach Wusterhausen wo ihr einkaufen könnt. Es gibt dort einen Aldi und einen Netto.Beide sind ca 500 m von der ersten Brücke aus entfernt, fragt euch am besten durch.Ratsam ist es auch sich seines Mülls zu entledigen, es gibt dort einige Müllkörbe.
500 m nach dieser Brücke geht es rechts ab zur Kyritzer Seenkette, diese besteht im Grunde aus zwei schmale lange Seen, die sich ca. 24 km von Süd nach Nord erstrecken. Die Kyritzer Seenkette entstand vor ca. 20000 Jahren beim abschmelzen der Weichseleiszeit. Auch wenn diese Seen in verschieden Abschnitten verschiedene Namen tragen nennt man sie im allgemeinen Unter- und Obersee und sind komplet Motorboot frei. Nun geht es ca.1 km gegen den Stom bis zum Wehr des Untersee, teilweise etwas schwierig an einigen Stellen, aber mit Kajaks gut zu bewältigen. Hier sind es ca. 50 m zum umtragen, also kommt der Bootswagen zum Einsatz. Hinter der alten Mühle befindet sich die Gaststätte "Bootshaus" und gleich daneben ein Hotel mit Restaurante. Hinter dem Hotel befand sich der Heimathafen des 1886 gebauten historischen Schiffs "Hertha", welches als namensgebende für den Fußballverein "Herther BSC", der sich 1892 gründete, gilt. Das Schiff wurde 2016 vom Verein gekauft und 2017 über den Landweg wieder nach Berlin gebracht und wird restauriert bzw. neu aufgebaut .
Der Campingplatz in Wusterhausen befindet sich am rechten Ufer gleich nach dem Strandbad. Man sollte auch gleich dort anlegen, also am rechten Ende des Platzes. Die Campmöglichkeit für Wasserwander ist in der Nähe des Vollyballfeldes auf der Wiese. Am besten erst beim Platzwart melden.
Der nächste Campingplatz ist in Bantikow ca. 3 km rechtes Ufer.
Am Ende des Untersee kommt der natürliche Waldkanal in dem ihr euch rechts halten müsst, bis zum Ende wo es nicht mehr weiter geht. Von hier aus sind es 500 m zum Obersee,also umtragen, der See hat einen Staudamm und dieser ist durch einen Zaun abgespert. Es geht nach rechts die Straße enlang und man kann am Ende des Zauns gut einsetzen. Bis zu 6 m Differenz ist der Wasserspiegel zwischen den Seen.Der Obersee ist vonder Natur reizvoller und wird auch als Dossespeicher bezeichnet, weil auch bei Hochwasse der Dosse das Wasser über einen Kanal in den Obersee abgeleitet werden kann. Zum Campen suchten wir uns eine der vielen Angelstellen am linken Ufer aus. Das rechte Ufer ist nicht ratsam, weil gleich eine Straße dicht am See entlang führt.

4.Tag ca. 7 km

Heute geht es an den Vogel - Inseln vorbei, welche streng unter Naturschutz stehen und sie dürfen nicht betreten werden. Als Tipp kann ich euch raten links an den Vogelinsel zu fahren, weil es reizvoller ist. Bei niedrigen Wasserstand ist es besser rechts an den Inseln vor bei zu fahren , an der Badestelle von Bork vorbei bis ans Ende des Sees. Auf der rechten Seite, erfolgt die Abholung.

Info

Transferkosten: für das erste Boot 195,- € für jedes weitere 10,- €

Karten

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Die Paddelbrücke

Die Paddelbrücke ist, wie der Name es schon sagt, eine Brücke die mit dem Paddel vom Boot zum Ufer geschlagen wird und vorwiegend bei geschlossenen Kajaks zur Anwendung kommt, zum Ein- und Aussteigen. Dazu sollte das Ufer nahezu gleich hoch sein wie das Boot. Das Doppelpaddel legt man hinter sich an den Lukenrand und auf das Ufer. Die Hand auf der Wasserseite greift das Paddel und gleichzeitig den Lukenrand. Die andere Hand liegt zwischen Boot und Ufer, nun drückt man sich aus der Luke und setz sich auf den Lukenrand und Paddel. Die Gewichtsbelastung muss immer zur Landseite gehen um nicht zu käntern. Danach setzt man einen Fuß ans Ufer und drückt sein Gewicht zum Land und zieht den anderen Fuß nach. Und genau in umgekehrter Reihenfolge steigt mann auch ins Boot ohnen zu käntern. Hierzu schaut euch bitte noch die Bilder und das Video an (siehe Link). Viel Erfolg!